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Becks Widersprüche

Ein bisschen Luft hat sich der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck durch die Kandidatur von Gesine Schwan verschafft. Die Aufstellung der Politikwissenschaftlerin kam zwar aus der Mitte der Partei, aber der Pfälzer hat sie am Ende befördert. Davon profitiert er zumindest innerparteilich. Gleichzeitig hat er die SPD näher an die Linke geführt. Denn die wird Schwan nur mitwählen, wenn sie dafür eine Gegenleistung bekommt. Das ist mit hohen Risiken verbunden, um deren Gefährlichkeit Beck nur allzu gut Bescheid weiß. Deshalb will er nun einen zweiten Abgrenzungsbeschluss gegen die Linke durchsetzen. Ein Vorschlag, der ausgerechnet vom früheren Vizekanzler Müntefering stammt, den der Mainzer politisch ausgeschaltet hat. Der Machtinstinkt Becks wird damit sichtbar. Er will sich nicht in die Hand der Linken begeben. Aber er sendet widersprüchliche Signale aus. Denn die Distanz zur Linkspartei passt nicht zum Werben um deren Stimmen für Schwan. Es deutet einiges darauf hin, dass Beck nach der Nominierung Schwans auch schon bald den Kanzlerkandidaten benennt – vielleicht vor der Bayernwahl. Sollte es Steinmeier sein, könnte er sich aus der Umklammerung der Linkspartei wenigstens etwas befreien.

Rheinische Post

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