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Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2010

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 12. Mai 2010 mitgeteilt hat, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2010 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Gleichzeitig wurde das Ergebnis für das vierte Vierteljahr 2009 leicht nach oben korrigiert auf nun ebenfalls + 0,2%. Damit hat sich die Aufwärtstendenz der Wirtschaft aus dem zweiten Quartal 2009 (+ 0,4%) und dritten Quartal 2009 (+ 0,7%) zwar etwas abgeschwächt, aber trotz des vergleichsweise harten und langen Winters weiter fortgesetzt.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA) Veränderung gegenüber dem Vorquartal:

2008 2009 2010
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj
+ 1,6% – 0,6% – 0,3% – 2,4% – 3,5% + 0,4% + 0,7% + 0,2% + 0,2%

Wachstumsimpulse kamen im ersten Vierteljahr 2010 unter anderem von
den Exporten, die – preis, saison- und kalenderbereinigt – um 2,6%
gegenüber dem Vorquartal zulegten. Dass der Außenbeitrag das
BIP-Wachstum dennoch mit einem negativen Wachstumsbeitrag von –
1,1%-Punkten bremste, lag an den noch stärker gestiegenen Importen (+
6,1%).
Die inländische Verwendung (Wachstumsbeitrag: + 1,3%-Punkte) konnte
das Minus des Außenbeitrags jedoch ausgleichen: Bei den Investitionen
sorgten gestiegene Ausrüstungsinvestitionen (+ 1,6%) und ein
kräftiger Vorratsaufbau dafür, dass der Rückgang der Bauinvestitionen
(- 3,8%) mehr als kompensiert wurde. Die privaten Konsumausgaben
gingen im Berichtsquartal ebenfalls zurück (- 0,8%), während die
staatlichen Konsumausgaben um 1,1% zulegten.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Auch im Vorjahresvergleich hat die Wirtschaftsleistung nach dem
Einbruch vor einem Jahr wieder zugenommen: Das preisbereinigte BIP
stieg im ersten Quartal 2010 gegenüber dem ersten Quartal 2009 um
1,7% (kalenderbereinigt: + 1,6%).

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte)
Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal:

2008 2009 2010
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj
+ 2,1% + 3,4% + 1,4% – 1,7% – 6,4% – 7,0% – 4,7% – 1,5% + 1,7%

Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2010 wurde von 39,8
Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 107 000 Personen oder
0,3% weniger als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als
preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, ist im ersten Quartal 2010 um
2,0% gegenüber dem ersten Quartal 2009 gestiegen. Je
Erwerbstätigenstunde hat sich die Arbeitsproduktivität dagegen nur
leicht erhöht (+ 0,7%), da je Erwerbstätigen im Durchschnitt wieder
mehr gearbeitet wurde als im Vorjahresquartal (+ 1,3%). Wesentlich
dazu beigetragen haben die verringerte Inanspruchnahme von Kurzarbeit
sowie der leichte Anstieg der normalen Wochenarbeitszeit und der
Überstunden.

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche war
im ersten Quartal 2010 um 2,2% höher als im ersten Quartal 2009. Das
war das erste Plus seit Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008. Den
größten Anteil daran hatte das Produzierende Gewerbe (ohne
Baugewerbe): Hier gab es ebenfalls erstmals seit Beginn der Krise
wieder einen Anstieg, der mit + 6,8% recht deutlich ausfiel. Auch die
öffentlichen und privaten Dienstleister (+ 2,3%) sowie der Bereich
Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 0,9%) sind
gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dagegen war die vom Baugewerbe
erbrachte Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2010 um 3,7%
niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die
Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (-
0,1%) und im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr (- 0,2%) ging im
ersten Quartal 2010 etwas zurück, in letzterem aber nicht mehr so
stark wie noch in den fünf Quartalen zuvor.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts trug im
Vorjahresvergleich der Außenhandel maßgeblich zum Wirtschaftswachstum
bei. Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen
stiegen um 7,5%, die Importe lediglich um 4,2%. Der daraus
resultierende Exportüberschuss lieferte einen Wachstumsbeitrag von +
1,6 Prozentpunkten zum BIP.

Im Inland kam ein positives Signal von den realen
Ausrüstungsinvestitionen: Nach fünf stark rückläufigen Quartalen in
Folge verzeichneten diese erstmals wieder ein leichtes Plus gegenüber
dem gleichen Vorjahresquartal (+ 0,8%). Dagegen wurde in Bauten um
3,1% weniger investiert als ein Jahr zuvor, was allerdings angesichts
des harten und langen Winters nicht überrascht. Auch die
Konsumausgaben trugen im Vorjahresvergleich insgesamt negativ zur
Wirtschaftsentwicklung bei (- 0,3%). Die Konsumausgaben des Staates
waren zwar um 2,4% höher als im ersten Quartal 2009, die privaten
Konsumausgaben hingegen lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau (-
1,2%). Positive Impulse kamen im Vorjahresvergleich zusätzlich von
einem Aufbau der Lagerbestände (Wachstumsbeitrag: + 0,5
Prozentpunkte).

In jeweiligen Preisen berechnet war das Bruttoinlandsprodukt im
ersten Quartal 2010 um 3,2% und das Bruttonationaleinkommen um 3,1%
höher als im ersten Quartal 2009. Das Volkseinkommen, das sich aus
dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen
zusammensetzt, hat um 5,6% zugenommen. Während das
Arbeitnehmerentgelt nur leicht anstieg (+ 0,9%), verzeichneten die
Unternehmens- und Vermögenseinkommen einen kräftigen Zuwachs (+
15,2%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hat sich um
0,9% erhöht. Die nominalen Konsumausgaben der privaten Haushalte
waren um 0,7% höher als im Vorjahresquartal. Daraus errechnet sich
für die Sparquote der privaten Haushalte ein Wert von 15,2%; das
waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2009.

Neben der Erstberechnung des ersten Quartals 2010 wurden auch die
bisher veröffentlichten Ergebnisse der Inlandsproduktsberechnung für
die vier Quartale und das Jahr 2009 überarbeitet und – soweit
erforderlich – revidiert. Dabei wurde die Veränderungsrate des
preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP im vierten Quartal 2009
um 0,2%-Punkte und die des preisbereinigten BIP im Jahr 2009 um
0,1%-Punkte nach oben korrigiert.

P2News/destatis

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