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Auch mit Eis lässt sich heizen

Das frisch sanierte Stuttgarter Stadtarchiv zeigt, dass sich auch mit Eis heizen lässt. Unter dem Gebäude befindet sich ein Tank mit 385 Kubikmetern Wasser. Im Winter entzieht ein Wärmetauscher dem null bis zehn Grad kalten Wasser Energie. Dadurch beginnt es zu gefrieren und gibt dabei Kristallisationswärme ab. Von einer Wärmepumpe umgewandelt, lässt sie sich zum Beheizen der Räume und zum Aufbereiten des Warmwassers nutzen.

Im Herbst und im Frühjahr schwanken die Außentemperaturen oft so stark, dass man nachts heizen und tagsüber kühlen muss. Hier kann der Eisspeicher als Energiepuffer dienen: Nachts wird ihm zum Heizen Wärme entzogen, tagsüber wird die so erzeugte Kälte zum Kühlen benutzt. Da der Eisspeicher ohnehin bei niedrigen Temperaturen arbeitet, braucht er nicht aufwendig gegen Wärmeverlust isoliert zu werden. Das System liefert 160 Kilowatt Heiz- und 85 Kilowatt Kühlleistung.

Eine Schwierigkeit musste die Friedrichshafener Firma Isocal, die das System entwickelt und installiert hat, dabei allerdings überwinden: Wenn Wasser friert, dehnt es sich aus und kann seinen Behälter sprengen. Die Ingenieure lösten das Problem, indem sie die Wärme aus der Mitte des Tankbodens abführen. So friert das Eis von Innen nach Außen und von unten nach oben. Zudem ist der Speicher nur zu 90 Prozent gefüllt und wird so eingestellt, dass an seinen Rändern stets flüssiges Wasser erhalten bleibt. So kann es dem Eisdruck stets ausweichen, ohne den Behälter zu belasten.

P2News/Technology Review

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