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Atom-Ausstieg bis 2022 beschlossen

Nach jahrelangen Debatten, und unzähligen Demonstrationen ist Deutschland wieder genau an dem Punkt angekommen, wo wir im Jahr 2000 unter Rot-Grün schon einmal standen: 2022 soll das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz gehen. Hat sich also eigentlich nichts bewegt in den letzten elf Jahren? Nein! Der entscheidende Unterschied ist, dass beim rot-grünen Ausstieg die Atombefürworter in der Wirtschaft und bei Union und FDP von vorneherein nur darauf gelauert hatten, alles wieder rückgängig zu machen, was der damalige Umweltminister Jürgen Trittin mit Eon, RWE und Co. mühevoll ausgehandelt hatte. Jetzt aber steht der Ausstieg auf so breitem Sockel, dass er wirklich unumkehrbar ist. Selbst ein so flexibler Meinungs-Surfer wie Horst Seehofer kann nicht mehr zurück: Die Risikotechnologie Atomkraft ist am Ende! Dieser breite politische Rückhalt – auch in der Bevölkerung – ist bitter nötig, denn jetzt steht uns allen ein steiniger Weg bevor: Das Abschalten ist nämlich nicht das lange ersehnte Happy End eines Hollywoodfilms. In der schnöden Realität beginnen die Probleme nun erst: Der Strom wird teurer werden, Stromtrassen von Nord nach Süd werden auch dort gebaut werden, wo sie einzelne stören – ganz zu schweigen von der Endlagersuche, auch im schönen Bayern. Wenn Angela Merkel da schon mal pauschal vorgibt, dass die Bürger nun gefälligst nicht mehr meckern dürfen, liegt sie falsch: Trotz des Ausstiegs müssen Diskussionen mit Umweltverbänden und Bürgern geführt werden, wenn ein Pumpspeicherkraftwerk mitten in der idyllischsten Landschaft entstehen soll. Es geht darum, in jedem Fall die beste, verträglichste Lösung zu finden. Das gilt auch für die Energie-Alternativen: Die Nachricht, dass der Treibhausgas-Ausstoß 2010 schneller gestiegen ist als je zuvor, erinnert uns daran, dass der Klimawandel sich nicht plötzlich erledigt hat, nur weil die Welt gerade den Fukushima-Schock verarbeitet. Die Energielücken einfach mit Kohlekraftwerken auszugleichen, funktioniert nicht. Wir müssen Energie einsparen, die Erneuerbaren noch schneller ausbauen … Die meisten unserer EU-Nachbarn schütteln den Kopf über diese „atomhysterischen“ Deutschen. Wir müssen ihnen beweisen: Wir sind nicht panisch, sondern vernünftig. So können wir der Vorreiter der Energie-Zukunft für ganz Europa werden.

P2News/tz München

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