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Ärzte geben Fehler zu

Es soll Menschen geben, die sich lieber mit Schmerzen durch den Alltag quälen, als zum Arzt zu gehen. Weil sie Angst haben vor den Nebenwirkungen.

Wieviel passiert, zeigt eine neue Untersuchung über bleibende
Schäden nach Ärztepfusch. Bevor man den Skeptikern Recht gibt, ein
Blick auf die Zahlen: Etwa 10 000 Beschwerden stehen rund 400
Millionen Kontakten zwischen Patient und Arzt und 17 Millionen
Klinikbehandlungen im Jahr gegenüber.

Hinter jeder Beschwerde steckt ein Schicksal. Deshalb muss alles
getan werden, damit die Klagen weniger werden. Ein Schritt auf dem
Weg ist Offenheit. Fehler zugeben – etwas, das Ärzte nicht gut
können. Aber wer kann das schon? Dass in der Medizin andere Ansprüche
gelten als z.B. beim Frisör, keine Frage. Doch Fehler passieren. Dass
Ärzte wie Kliniken endlich offen mit ihnen umgehen, ist kein
Armutszeugnis, sondern der Weg zur Besserung.

Am sichersten sind Patienten, wenn sie kritisch sind. Nicht jede
Pille schlucken, sondern nachfragen. Der Klinikbetrieb erfordert den
Patienten, der mitdenkt. Das kann man bedauern – oder als Chance
begreifen.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, P2news

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