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Äpfel mit einem ganz anderen Aroma

Wer im Supermarkt oder Obstladen nach Äpfeln sucht, findet in der Regel bekannte Sorten wie Braeburn oder Cox. Aber in Wahrheit ist die Auswahl weitaus größer. Eckart Brandt aus Großenwörden bei Stade hat es sich zum Ziel gesetzt, historische und fast vergessene Apfelsorten wieder anzupflanzen und sie auf den Wochenmärkten oder via Internet zu verkaufen. „Wer einmal geschmeckt hat, wie aufregend diese Vielfalt ist, welche Aromen es gibt, der findet moderne Äpfel einfach nur noch langweilig“, sagt Brandt in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Daheim in Deutschland.

Unter der Schlagzeile „Das Aroma der Äpfel“ widmet sich die Zeitschrift ausführlich der Arbeit von Brandt, der einst Germanistik und Geschichte studierte, sich aber seit 25 Jahren der Rettung traditionsreicher Apfelsorten wie Alkmene, Ananas-Renette, Berlepsch, Finkenwerder Herbstprinz und Martini verschrieben hat. „Wenn wir die historischen Apfelsorten nicht bewahren, verlieren wir nicht nur ein Stück Kultur, sondern auch einen Pool an genetischen Ressourcen“, sagt Brandt.

Die Zucht der rund 100 historischen Apfelsorten auf seinem drei Hektar großen Gelände im Alten Land unweit von Hamburg ist ein mühsames Geschäft. Um einen sortenreinen Apfelbaum zu züchten, reicht es nicht, die Apfelkerne einzupflanzen. Damit aus den Blüten wirklich Äpfel reifen können, müssen sie mit Pollen einer anderen Apfelsorte befruchtet werden.

Der unermüdliche Einsatz von Brandt findet zunehmend Anhänger. Im Jahr 2004 gründete er mit anderen Gleichgesinnten den so genannten Boomgarden-Verein, um mehr Menschen über die Vielfalt der Äpfel aufzuklären. Boomgarden ist plattdeutsch und steht für Baumgarten. Inzwischen hat Brandt seine Erkenntnisse in dem Buch Alte Apfelsorten neu entdeckt (Bassermann-Verlag) zusammengefasst, und das Interesse an seiner Zucht nimmt weiter zu.

Im vergangenen Herbst verkaufte er so viele Bäume wie nie zuvor mit Namen wie Celler Dickstiel und Altländer Pfannkuchen – Sorten also, an die sich oftmals nur noch ältere Menschen erinnern. „Damals hatte man für jeden Bedarf den passenden Apfel“, so Brandt. So eignet sich der Rheinische Winterrambur besonders zum Backen und Kochen. Der Seestermühle Zitronenapfel hingegen wird wegen seines mild-säuerlichen Aromas vor allem zur Herstellung von Saft empfohlen.

So sehr sich Brandt um den Erhalt der historischen Apfelsorten bemüht, so wenig kann er damit große Geschäfte machen. Zum einen, weil die Sorten für die Massenproduktion wegen der meist wenigen Früchte nicht rentabel genug sind. Zum anderen, weil sie dem heutigen Schönheitsideal nicht entsprechen. Manche Äpfel sind klein, andere gelblich, wieder andere haben eine raue, bräunlich-rote Schale oder sind mehlig. „Im 19. Jahrhundert war das ein Qualitätsmerkmal“, erinnert Brandt in Daheim in Deutschland und weiß: „Heute müssen Äpfel vor allem rot und knackig sein. Mit Geschmack hat beides nichts zu tun.“

P2News/Reader’s Digest

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