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Agrarbranche im Zeichen des Preisanstiegs

Die wirtschaftlichen Aussichten der Land- und Agrarwirtschaft haben sich global verbessert. Die höheren, allerdings stark schwankenden Preise geben wichtige und notwendige Impulse für eine nachhaltige Steigerung der Agrarproduktion. In der EU wird es zudem leichter, den Rückzug der Politik aus der Marktverantwortung zu kompensieren“, erklärte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin.

Die Ursachen für die Preissteigerungen sind vielfältig: boomende Nachfrage weltweit, wetterbedingte Produktionsausfälle, steigende Rohölpreise und Abbau von Lagerbeständen. Hinzu kommt, dass einige Länder Ausfuhrzölle bzw. -beschränkungen verhängt haben, die zu regionalen Exportausfällen bei wichtigen Erzeugnissen geführt und damit ebenfalls zum Preisauftrieb beigetragen haben.

Milch: mehr Markt – weniger Marktordnung

Die Preis- und Mengenentwicklungen auf dem Milchmarkt haben in den letzten zwölf Monaten sehr deutlich gemacht, dass auch künftig Perioden der Marktschwäche auftreten werden. „Daher legen wir großen Wert darauf, dass die EU-Marktordnungsinstrumente keinesfalls vorschnell abgeschafft werden. Sie müssen als Sicherheitsnetz erhalten bleiben“, so Nüssel.

Die Botschaft für den Milchsektor ist eindeutig: Mehr Markt – weniger Marktordnung. Staatlicher Einfluss wird auch hier weiter abgebaut. Die direkte Marktstützung über Intervention und Beihilfen spielt unter den aktuellen Marktbedingungen und nach den Health Check-Vorschlägen nur noch eine geringe Rolle. Den Unternehmen kommt künftig mehr Eigenverantwortung bei der Marktstabilisierung zu. Dabei geht es zum einen um die Organisation und Finanzierung des Ausgleichs zeitlicher Mengenschwankungen. Zum anderen muss im Interesse der Unternehmen und der Milcherzeuger verstärkt Verwertungsstabilität erreicht werden.

Gerade die Trends 2007/08 zeigen, dass sich die Erlöse in den einzelnen Produktsegmenten sehr rasch und massiv ändern. Zur Abfederung solcher Schwankungen in Teilmärkten können breitere Sortimente der Unternehmen und die Fähigkeit verschiedene Marktsegmente wie Verbraucher/Industriekunden, Standardprodukte/Nischen, Binnenmarkt/Export zu bedienen, wichtige Beiträge leisten.

Aus der Aufgabe einer zunehmend von den Molkereien zu leistenden Marktstabilisierung resultiert eine verstärkte Strukturdynamik. Größeren, breit aufgestellten Unternehmen oder über engere Kooperationen miteinander verbundenen Unternehmen gelingt es leichter, Kostenvorteile zu nutzen und notwendige Investitionen zu finanzieren. So kann die Verwertungsstabilität gewährleistet werden.

Milchpreise: Mehrerlöse werden weitergegeben

Das Ausmaß des Milchlieferstreiks ist Ausdruck der schwierigen wirtschaftlichen Lage auf vielen Betrieben. „Ich habe großes Verständnis für die Situation vieler Milch erzeugender Landwirte. Die Forderungen nach möglichst guten Milchpreisen sind gerechtfertigt und werden von der genossenschaftlichen Milchwirtschaft nachhaltig unterstützt“, so der DRV-Präsident.

Angesichts der bei gestiegenen Betriebskosten unzureichenden Erlössituation ist die Teilnahme der Milchbauern am Lieferstreik nachzuvollziehen. Bei der Wahl der Mittel ist jedoch nicht zu akzeptieren, dass mit rechtswidrigen Blockaden den Molkereigenossenschaften massiver Schaden entstanden ist und Bauern an der Anlieferung gehindert wurden.

Molkereigenossenschaften stellen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Milchbauern und setzen sich intensiv für eine Korrektur der im April 2008 mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) vereinbarten Preisabschlüsse ein. „Unsere Molkereigenossenschaften haben frühzeitig Gespräche mit dem Handel aufgenommen und wollen die notwendigen Nachbesserungen durchsetzen“, unterstrich Nüssel.

Dabei ist es für die Genossenschaften jetzt wie auch in der Vergangenheit selbstverständlich, dass erreichte Erlösverbesserungen an die Milch liefernden Mitglieder weitergegeben werden. „An den Handel appelliere ich, trotz des scharfen Wettbewerbs, über alle Milchprodukte hinweg Preisanhebungen umzusetzen“, so der DRV-Präsident.

DRV-Pressestelle, P2news

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