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Afghanistan-Konferenz

Fast neun Jahre sind seit der ersten Afghanistan-Konferenz in Bonn vergangen. Doch wenn sich die internationale Gemeinschaft heute in Kabul trifft, sind die Probleme unverändert – oder sogar noch größer geworden. So haben die internationalen Truppen im Juni dieses Jahres mit 102 Toten den verlustreichsten Monat in Afghanistan überhaupt erlebt. Die Offensive gegen die Taliban im Süden des Landes stockt oder hat gar nicht erst begonnen. Und bei der Korruptionsbekämpfung der Regierung von Präsident Hamid Karsai handelt es sich um ein bloßes Lippenbekenntnis. Wenn der Westen nun also davon spricht, dass die Afghanen bis zum Jahr 2014 selbst für ihre Sichehreit sorgen können, ist das reines Wunschdenken – das vor allem dazu dienen soll, die eigene Bevölkerung zu beruhigen. Denn am grundsätzlichen Problem am Hindukusch wird sich auch künftig nichts ändern: Es gibt keine funktionierende Zentralgewalt. In der Fläche herrschen mächtige Clans der jeweiligen Bevölkerungsgruppen, die vom Drogenhandel leben und sich gegenseitig bekämpfen. Ein Rückfall in den Bürgerkrieg ist damit vorprogrammiert – ebenso wie das Wiedererstarken der Taliban, denen das Chaos in Afghanistan in die Hände spielt.

P2News/Rhein-Neckar-Zeitung

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