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2008: Renault erzielt Nettoergebnis von 599 Millionen Euro

– Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 37,791 Milliarden Euro
– Operative Marge von 212 Millionen Euro
– Aktienwert sinkt gegenüber 2007 um 666 Millionen Euro

„2008 stand im Zeichen der weltweiten, außergewöhnlich harten Wirtschafts- und Finanzkrise. Bereits im Juli hat Renault sich den neuen Marktgegebenheiten angepasst und einen zusätzlichen Aktionsplan ins Leben gerufen, um den Aktienwert zu kontrollieren und um Kosten sowie Investitionen zu reduzieren. 2009 wird die Gruppe diese Maßnahmen ergänzen, um seinen Cashflow weiter zu optimieren”, sagte Renault Präsident Carlos Ghosn anlässlich der Veröffentlichung der Finanzergebnisse 2008.

Ergebnis entspricht starkem Konjunkturabschwung

Renault musste nach dem leichten Aufschwung im ersten Halbjahr 2008 in der zweiten Jahreshälfte starke Verluste verzeichnen. Vor allem im vierten Quartal kam es auf Grund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu hohen Umsatzrückgängen, die den Großteil der zuvor erzielten Gewinne wieder aufzehrten.

Der Umsatz der Renault Gruppe beläuft sich 2008 auf 37,791 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bei identischer Berechnungsgrundlage. Im ersten Halbjahr verbuchte Renault mit 20,942 Milliarden Euro noch einen Zuwachs von 2,3 Prozent. Im dritten Quartal gingen die Zahlen bereits um 2,2 Prozent zurück und erreichten im vierten Quartal schließlich ein Minus von 28,7 Prozent im Vergleich zu 2007. Ungünstige Wechselkursbedingungen verstärkten diesen Effekt zusätzlich um 2,5 Prozentpunkte.

Der Beitrag aus dem Automobilsektor belief sich auf 35,757 Mrd. Euro, was einen Rückgang von 7,4 Prozent bedeutet. Nach dem soliden Wachstum im ersten Halbjahr erfolgte der Abschwung ab dem dritten Quartal steil und belief sich in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 auf minus 30 Prozent.

Die RCI Banque steuerte 2,034 Milliarden Euro zum Umsatz bei, was einer Steigerung von 1,1 Prozent entspricht.

Operative Marge von 0,6 Prozent

Die operative Marge des Konzerns erreichte im ersten Halbjahr 2008 865 Millionen Euro oder 4,1 Prozent des Umsatzes. Im zweiten Halbjahr verbuchte der Konzern durch den Abschwung einen Verlust von 653 Millionen Euro bzw. ein Minus von 3,9 Prozent. Über das Gesamtjahr erzielte Renault noch ein positives Ergebnis von 212 Mil- lionen Euro, was 0,6 Prozent des Umsatzes entspricht.

Das operative Ergebnis der Automobilsparte sank von 882 Millionen Euro im Jahr 2007 auf minus 275 Millionen Euro in 2008. Das entspricht einer operativen Marge von minus 0,8 Prozent. Die Gründe dafür sind:

– Der signifikante Produktionsrückgang, der die operative Marge mit 504 Millionen Euro belastete.

– Der starke Wettbewerbsdruck: Notwendige Hilfen für das Renault Vertriebsnetz, um den Neu- und Gebrauchtwagenverkauf zu stützen, verstärkten diesen Effekt. Hinzu kommen steigende Provisionen, um den sinkenden Fahrzeugwert abzufedern. Der Einfluss betrug hier insgesamt 816 Millionen Euro.

– Die gestiegenen Rohstoffpreise trugen mit 271 Millionen Euro zu dem negativen Ergebnis bei.

– Die negativen Wechselkursentwicklungen: Vor allem der sin- kende Kurs des britischen Pfunds belastete das Ergebnis um weitere 174 Millionen Euro.

In diesem schwierigen Umfeld hat Renault seine Kosteneinsparungen in allen Unternehmensbereichen weiter forciert: Abzüglich der Entwicklung bei den Rohstoffen und den Ausgleichszahlungen für Zulieferer konnte der Konzern 71 Millionen Euro einsparen. Weitere Einsparungen von 121 Millionen Euro wurden bei den allgemeinen Kosten erreicht. Der Lizenzverkauf an AvtoVAZ trug mit 165 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Finanzsparte erwirtschaftet deutliches Plus

Die Finanzsparte trug ein um 15 Millionen Euro auf 487 Millionen Euro gestiegenes operatives Ergebnis zur operativen Marge des Unternehmens bei.

Das Betriebsergebnis des Konzerns sank trotzdem auf minus 117 Millionen Euro gegenüber 1,238 Milliarden Euro im Jahr 2007.

Die weiteren Ergebnisse beliefen sich auf eine Nettobelastung von 329 Millionen Euro, hauptsächlich entstanden durch Provisionen und Zahlungen zur Restrukturierung und Anpassung der Belegschaft in Höhe von 489 Millionen Euro. Hinzu kamen Kosten von 150 Millionen Euro zur Erneuerung der Modellpalette sowie Veräußerungsgewinne von 150 Millionen Euro.

Renault verzeichnete 2008 ein Finanzergebnis von 441 Millionen Euro, was einem Plus von 365 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht, und der sich vor allem aus dem gesunkenen Wert der Gewinnschuldverschreibungen ergibt. Der Nettogewinn der Renault Gruppe aus ihrem Anteil an verbundenen Unternehmen belief sich auf 437 Millionen Euro gegenüber 1,675 Milliarden Euro in 2007. Davon entfallen auf Nissan 345 Millionen Euro und 92 Millionen Euro auf Volvo AB und Avtovaz.

Der Gesamtnettogewinn beläuft sich auf 599 Millionen Euro gegenüber 2,734 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Auswirkung der Krise auf die Finanzsituation

Die Nettofinanzverschuldung des Automobilsektors belief sich zum 31. Dezember 2008 auf 7,944 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Quote von 40,9 Prozent des Eigenkapitals (gegenüber 9,5 Prozent Ende 2007).

Der starke Anstieg hat mehrere Ursachen. Zum einen beruht er auf dem um 1,491 Milliarden Euro auf nur noch 3,061 Milliarden Euro gesunkenen Cashflow. Hintergrund sind die gesunkene operative Marge und die niedrigeren Zahlungen der verbundenen Unternehmen. Hinzu kommt der höhere Bedarf an Nettoumlaufvermögen von insgesamt 2,704 Milliarden Euro. Weiterhin hat Renault 662 Millionen Euro ausgegeben, um 25 Prozent plus eine Aktie an Avtovaz zu erwerben. Wechsel- kursschwankungen wirkten sich negativ in Höhe von 1,6 Milliarden Euro aus.

Insgesamt beläuft sich der Free Cashflow auf minus 3,028 Milliarden Euro.

Umfangreiche Kreditgarantien

Zum 31. Dezember 2008 verfügte Renault über bestätigte Kreditgarantien von 4,2 Milliarden Euro für den Automobilsektor, wovon 518 Millionen beansprucht wurden. Für die Absatzfinanzierung betrug der bestätigte Kreditrahmen 5,2 Mrd. Euro, wovon 753 Millionen Euro in Anspruch genommen wurden. Darüber hinaus hat die französische Regierung drei Milliarden Euro zusätzliche Kredite zugesichert sowie weitere Mittel für die RCI Banque.

Das Renault Eigenkapital lag zum 31. Dezember 2008 bei 19,416 Mil- liarden Euro.

Maßnahmen in 2008

Renault hat angesichts des Wirtschaftsabschwungs bereits im Juli 2008 reaktionsschnell ein Maßnahmenpaket erstellt, um seine Kosten zu reduzieren. Renault konnte daher seine Produktion schneller zurückfahren und dadurch seine Lager auf Bestände im Wert von nur noch 5,3 Milliarden Euro deutlich reduzieren. Die Personalanpassung entwickelte sich wie geplant. Im Rahmen des „Plan Renault Volontariat” haben bereits 1.700 Mitarbeiter ihren freiwilligen Austritt aus dem Unternehmen erklärt. 5.300 weitere Mitarbeiter verhandeln derzeit noch mit der Renault Gruppe. In den europäischen Tochtergesellschaften werden darüber hinaus 1.100 Planstellen bei natürlicher Fluktuation nicht wieder neu besetzt.

Die Kosten für Forschung und Entwicklung sanken gegenüber 2007 um 9,3 Prozent. Gleichzeitig brachte Renault in 2008 neun neue Modelle auf den Markt, an erster Stelle den Nachfolger des Mittelklassemodells Mégane. Darüber hinaus stellte Renault wichtige technologische Innovationen wie die Allradlenkung und den neuen 3.0 dCi-Motor vor. Dacia bietet jetzt ebenfalls besonders sparsame und umweltschonende Benzin- und Dieselmotorisierungen an, die alle eco2-Kriterien erfüllen.

Bei der Qualität kommt Renault seinem Ziel näher, den aktuellen Laguna unter den Top Drei in seinem Segment zu platzieren. Die Kompaktwagen erhielten bereits eine exzellente Bewertung durch den ADAC.

Mit diesen Maßnahmen konnte Renault in den stark rückläufigen Märkten seine Marktanteile behaupten.

Perspektive für 2009

Renault rechnet auch in 2009 mit einem schlechteren wirtschaftlichen Umfeld. Ziel ist es, den Cashflow zu optimieren, nachdem die wirtschaftliche Lage die Ziele des Renault Vertrag 2009 vereitelt hat.

Die Prioritäten liegen in diesem Jahr auf folgenden Punkten:

– Kontrolle des Nettoumlaufvermögens. Insbesondere sollen Lagerbestände um weitere 800 Millionen bis eine Milliarde Euro abgebaut werden.

– Die Investitionen werden sich auf strategische Forschungs- und Entwicklungsprojekte konzentrieren. Insbesondere will Renault verstärkt das Elektroauto sowie umweltschonende Motoren vorantreiben. Die bereits begonnenen internationalen Projekte werden weiter fortgesetzt. Investitionen in die Fahrzeugproduktion wurden in Chennai (Indien) zurückgestellt und in Tanger (Marokko) aufgeschoben. In 2009 werden die Gesamtinvestitionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 2008 sinken. Renault wird seine Fixkosten sowohl bei den Lohnkosten als auch bei den Betriebskosten ebenfalls weiter verringern.

– Darüber hinaus will Renault die Synergien mit Nissan vertiefen. Die Zusammenarbeit soll vor allem bei der Motorenpalette und dem Elektroauto weiter verstärkt werden.

Der Aufsichtsrat hat am 11. Februar beschlossen, der General- versammlung am 6. Mai den Vorschlag zu unterbreiten, für 2008 keine Dividende auszuzahlen.

2009 wird Renault acht neue Modelle auf den Markt bringen: Unter anderem wird der Konzern den neuen Scénic, den neuen Mégane Renault Sport sowie die aktualisierten Clio und Trafic vorstellen. Damit verfügt Renault über die jüngste Fahrzeugpalette in Europa und ein Modellangebot, das die aktuellen Umwelt- und Qualitätsanforderungen optimal erfüllt.

Alle Maßnahmen sind darauf ausgelegt, in 2009 einen positiven Cashflow zu erzielen.

Strategischer Ausblick

Renault hat die Krise in ihrem ganzen Ausmaß erkannt und ist davon überzeugt, dass sie die Automobilindustrie tiefgreifend verändern wird. Die Allianz bedeutet für Renault und Nissan einen wichtigen Vorteil, da es zu einer neuen Konsolidierungswelle kommen wird. Für die Mitarbeiter von Renault stellt die derzeitige Lage eine doppelte Herausforderung dar: Kurzfristig gilt es, die Krise zu überwinden, wozu sich Renault auf seinen Aktionsplan stützt und weiterhin auf die weltweiten Kooperationen mit den Regierungen setzt, um den anstehenden Wandel zu begleiten.

Mittel- und langfristig gilt es zudem, die Zeit nach der Krise vorzubereiten. Renault bereitet sich auf die neue Automobilära vor. Strategische Projekte wie das Elektroauto sind bereits weit vorangeschritten und werden die Ansprüche an den Individualverkehr von morgen optimal erfüllen.

„Die Automobilindustrie behauptet ihr Potential und sollte aus dieser Krise mit umweltschonenderen Produkten hervorgehen, die besser an das neue wirtschaftliche Umfeld angepasst sind. Das Automobil bleibt unersetzlich”, betonte Renault Präsident Carlos Ghosn.

P2News

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